Pfarrer Stephan Frank feierte gemeinsam mit Kaplan Gerald Mabiriizi die Kartage in der Stadtpfarrkirche
Mit der Feier der Liturgie am Gründonnerstag begannen auch in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt Bad Königshofen die letzten Kartage. Sie erinnerten an den Einzug Jesu in Jerusalem, sein Leiden und Sterben und schließlich seine Auferstehung. Zum Gründonnerstag gehörte neben der Fußwaschung als Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu, die Übertragung des Allerheiligsten zum Abschluss der Messfeier in einen Nebenaltar. Damit verstummten für drei Tage Orgel und Glocken. Ratscher riefen mit ihren Holzinstrumenten und althergebrachten Texten an den drei Tagen zum Gebet. Der Altar wurde abgeräumt und der Tabernakel am Hochaltar geöffnet. Zeichen dafür, dass Jesus nicht mehr anwesend ist. Daran erinnerten auch die Gebetsstunden von Frauenbund und Kolping, die die Stunden am Ölberg und dort die Gefangennahme Jesu zum Inhalt hatten. Sehr gut besucht war wieder die ökumenische Gethsemanenacht in der, nur durch die Kerzen der Teilnehmer erleuchteten Kirche. Einbezogen war auch wieder der "Ölberg" an der Stadtpfarrkirche.
Ganz im Zeichen der Trauer stand der Karfreitag, bei dem die Leidensgeschichte im Mittelpunkt der Liturgie stand. Es folgte die Kreuzverehrung und das Öffenen des "Heiligen Grabes" vor dem Altar. In der Nacht des Karsamstag hatten sich viele Gläubige vor der Stadtpfarrkirche am Feuer eingefunden. Hier segnete Pfarrer Stephan Frank das Osterfeuer und zündete dann Osterkerze an, die Kaplan Gerald Mabiriizi trug. Mit dem dreimaligen "Lumen Christi" zog der Altardienst in die dunkle Stadtpfarrkirche ein. Es folgten drei Lesungen und das Gloria, bei dem die Orgel wieder spielte und die Glocken läuteten. Ein Zeichen, dass Christus auferstanden ist. Daran erinnern in der Stadtpfarrkirche sowohl der Auferstehungsaltar, als auch ein großes Altargemälde des flämischen Malers Oswald Onghers. Nach vielen Jahren gab es auch wieder eine Taufe im Gottesdienst, nachdem Pfarrer Frank das neue Wasser geweiht hatte
In seiner Predigt erinnerte er an den glorreichen Einzug Jesu in Jerusalem. "Der Weg über Karfreitag scheint im Grab zu enden," sagte der Geistliche. Genau der Gott sei es, der sich nicht zu schade war sich zu erniedrigen und den Weg der Armen mit ihnen zu gehen. Sie seien es gewesen, die Jesus am Palmsonntag die Eselin zur Verfügung stellten und sich für die frohmachende Botschaft Jesu einsetzten. Die Auferstehung in dieser "hochheiligen Nacht" zeige, dass dieser Weg, den Christus ging, richtig war. "Es war ein Weg der Hingabe und der Liebe." Das Licht der Osterkerze durchbreche die Dunkelheit und leuchte besonders für die, die im Dunkeln stehen. "Was aber bedeutet das Licht der Osternacht für uns?" Es zeige, dass Gottes Nähe nicht an Glanz gebunden ist und sich jeder auch an kleinen Dingen orientieren sollte. Gott sei gerade dort, wo es am wenigsten erwartet wird. Oftmals sei es das Einfache, das den Menschen zur Verfügung steht. All das, auch die Erfahrung des Kreuzes, seien Zeichen der Gegenwart Jesu. Immer erfahre man seine Gegenwart.
Ostern sage den Menschen, dass der Weg Jesu an der Seite derer, die voller Hoffnung und Sehnsucht nach der Fülle des Geistes sind, der richtige Weg ist. Dieses besondere Licht gelte es weiter zu tragen. Damit erfahre man: Christus bleibe, vor allem in der Wandlung der Messfeier, durch Gebete, Wein und Brot, bei allen und besonders bei denen, die seine Nähe suchen und darauf vertrauen, dass Gott das Leben begleitet. "Daran erinnert diese hochheilige Nacht, bei der wir dankbar sind, dass der Herr wahrhaft von den Toten auferstanden ist, die Macht des Todes gebrochen und das, was Dunkel war, hell und licht machte."
Autor: Hanns Friedrich






