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Mit einem Rosenkranzgebet und dem anschließenden Requiem verabschiedete die Pfarreiengemeinschaft Grabfeldbrücke am Freitagnachmittag den langjährigen Seelsorger Linus Eizenhöfer, der dann im Priestergrab beigesetzt wurde.

Hauptzelebrant war stellvertretender Dekan Jürgen Schwarz. Gemeinsam mit  Pfarrer Pater Joe und Diakon Rudi Reuter feierte er den Gottesdienst, der vom Kirchenchor St. Cäcilia mitgestaltet wurde. Den Altardienst übernahmen Ministranten der Pfarrei Bad Königshofen, mit dabei Messdiener aus dem Bereich Grabfeldbrücke. Priester aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld sowie den Wirkungsorten des Geistlichen waren ebenso gekommen, wie Bekannte, Freunde und Verwandte, sowie Vereine und Verbände mit ihren Fahnenabordnungen. Die Totenwache hatten  zuvor Mitglieder der Kolpingsfamilie Bad Königshofen gehalten. Sie trugen auch den Sarg zum Friedhof.

Stellvertretender Dekan Jürgen Schwarz sagte, dass jeder seine eigenen Erinnerungen an Stadtpfarrer Linus Eizenhöfer habe. Nun wolle man sich von einem Menschen verabschieden, der die ewige Vollendung gefunden habe. Weggefährten begrüßte Jürgen Schwarz, besonders den Vertreter des Bistums, Domkapitular Thomas Kessler. Er selbst habe Pfarrer Eizenhöfer von Besuchen im Rhönklinikum gekannt und spendete ihm auch die Krankensalbung. Ein österliches Requien habe sich Pfarrer Eizenhöfer, sagte Pfarrer Jürgen Schwarz, und den erfülle man ihm nun. Er sei einer gewesen, der den Glauben an ein Leben mit Gott nicht nur verkündet, sondern auch verkörperte und das habe er als Mensch und Priester vorgelebt.

An die Liebe zur Kultur, zur Musik von Pfarrer Eizenhöfer erinnerte Domkapitular Thomas Kessler (Brendlorenzen) und daran, dass die Stimme Eizenhöfers in der Wallfahrtskirche Ipthausen bei einer Führung vom Tonband heute noch zu hören ist. Sein Leben sei von Offenheit, Kontaktfreudigkeit und Freude geprägt gewesen. Ein Dank galt Diakon Rudi Reuter, der dem Verstorbenen bis zuletzt zur Seite stand. Nun hoffe man, dass sich das Wort aus Eizenhöfers Primizspruch bewahrheitet: „Fürchte dich nicht, ich bin ja bei Dir.“ Stellvertretender Bürgermeister Peter Kuhn erinnerte an die gute Verbindung zur Stadt Bad Königshofen und daran, dass Linus Eizenhöfer am 26. Januar 1986 alsr Stadtpfarrer begrüßt wurde.  Vieles habe er in seiner Zeit in der Pfarrei und den Gemeinden, in denen er wirkte, auf den Weg gebracht. Der Zweite Bürgermeister erinnerte auch daran, dass Stadtpfarrer Linus Eizenhöfer einmal in der Partnerstadt Arlington mit einer Delegation war.

Im Namen der Kirchenverwaltungen und der Pfarreiengemeinschaft Grabfeldbrücke  nahm Kirchenpfleger Manfred Staub Abschied.  Er erinnerte an Linus Eizenhöfer, der durch seine liebenswerte und weltoffene Art ein gern gesehener Gast gewesen sei. Viele Projekte und Maßnahmen habe der Verstorbene angestoßen. Erinnert hat Staub auch an den musikalischen Pfarrer, der von Anfang an mit Clemens Behr die Prominentenband gründete. Hier spielte er Akkordeon und den Kontrabass. Bei den Gottesdiensten habe er oftmals die Gemeinde zu einem Kanon aufgefordert und selbst dabei vom Altar aus dirigiert. Ans Herz gewachsen seien ihm die Wallfahrtskirche Ipthausen aber auch die Vierzehnheiligenwallfahrer. An die zahlreichen Pilgerreisen erinnerte der Kirchenpflege  und meinte, wenn er nicht Priester geworden wäre, wäre sicher die Musik sein Berufsweg gewesen.

An die engen Verbindungen zur evangelischen Kirchengemeinde Bad Königshofen  erinnerte Pfarrerin Tina Mertten. Als die Merttens nach Bad Königshofen kamen, sei Pfarrer Eizenhöfer der erste gewesen, der sie begrüßte. Er habe vom Christenrat erzählt, den es schon lange zuvor gegeben hatte und wie sehr ihm die Ökumene an Herzen liegt. So sei es für ihn eine Selbstverständlichkeit gewesen, dass die Stadtpfarrkirche für die Feier der Konfirmation genutzt werden konnte. „Es war unser Linus“. An die schwarze Pelzmütze, die Eizenhöfer meist an Allerheiligen trug, erinnerte die Pfarrerin, die sie immer an Don Camillo erinnerte. „Linus Eizenhöfer war ein Pfarrer mit Leib und Seele und Ökumene war für ihn selbstverständlich, wir werden ihn sehr vermissen.“

Die Pfarrei St. Pius in Lohr nahm Abschied und ein Vertreter erinnerte an das Jahr 1978 als Pfarrer Eizenhöfer nach Lohr wechselte. „Er war ein Macher.“ Oftmals habe er selbst tatkräftig mit angepackt. „Gott vergelte ihm sein priesterliches Wirken.“ Alexander Prosche, stellvertretender Militärdekan für Bayern (Veitshöchheim), sprach im Namen des Militärbischofs Dr. Franz-Josef Overbeck. Ihm persönlich sei es wichtig gewesen zur Beisetzung zu kommen, denn er selbst habe ihn auch kennen gelernt. Unter anderem beim Weltfriedenstag in Würzburg. Seine herzliche Art mit Menschen umzugehen, habe auch die Soldaten beeindruckt, die er als Militärpfarrer betreute.

Diakon Rudi Reuter erinnerte in seiner Ansprache an das Geistliche Testament, das Linus Eizenhöfer hinterlassen habe. Als Priester sei er nie mehr in die Nähe seiner Heimat gekommen. Das Patrozinium seiner Heimatkirche feierte er aber immer in jedem Jahr. Als Priester sei er ein „froher Bote“ gewesen. Gerne habe er mit anderen zusammen gearbeitet und begleitete auch Verbände. Glaubend, gesellig und genießend sei er seinen Weg gegangen. Auch biblische Reisen prägten sein Leben  Erleben konnte man ihn an der  Orgel, am Klavier und bei der Prominentenband. Sehr gerne habe er Werke von Johann Sebastian Bach gehört. Zu seinem Glaubensweg habe am Ende auch das Leiden gehört, die Schwächen des Alters, Klinikaufenthalte. Letztendlich erinnerte der Diakon  an den Primizspruch „Fürchte dich nicht, ich bin ja bei dir.“ Vielleicht sei ihm nun Jesus entgegen gekommen und habe ihm gesagt: „Fürchte dich nicht, vertraue mir. Ich komme, um dich zu holen, denn der Vater hält auch für dich ein nicht von Menschenhand errichtetes ewigen Haus im Himmel bereit.“

Autor: Hanns Friedrich

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