Vier Jahrzehnte hat Matthias Jeger in Eyershausen das Mesneramt inne und dafür dankten ihm in einem Gottesdienst Pfarrer Stephan Frank und Elke Schüller-Wirsing vom Pfarrgemeinderat.
Wenn Matthias Jeger aus dem Nähkästchen als Küster plaudert kommt einiges zusammen. . Bei unzähligen Gottesdiensten, Prozessionen, Andachten und weiteren kirchlichen Veranstaltungen habe er wesentlich zum Gelingen beigetragen, stellten Pfarrer Stephan Frank und Elke Schüller-Wirsing fest. Bewundernswert sei vor allem sein Wissensschatz über „seine Heimatkirche“.
Schmunzelnd erinnert er sich an seine Anfänge im Jahr 1986, als er, damals 24 Jahre jung, gefragt wurde, ob er es sich vorstellen könnten, Küster in Eyershausen aushilfsweise zu werden, bis ein Nachfolger gefunden wird. „Dabei ist es bis heute geblieben.“ Natürlich war er bis zu seinem 18. Lebensjahr Ministrant. Matthias Jeger erinnert an die Geistlichen, die er in seiner Zeit erlebte, aber auch an seine Zeit im Mesnerverband Unterfranken. Da gab es Regionaltage auch in Eyershausen. Er lernte die verschiedensten Bischöfe kennen. So auch Bischof Werner Scheele bei der Altarweihe, als dieser kniend vor dem neuen Volksaltar die Reliquien einlegte.
Zum Mesnerberuf sagt Matthias Jeger, dass dieser sehr zeitaufwändig ist „Ich bin der Erste, der bei Gottesdiensten in die Kirche kommt und der letzte, der danach, wenn alles wieder an seinem Platz ist, das Gotteshaus verläßt. Das korrekte Auflegen der Messgewänder gehört zu seiner Aufgabe ebenso, wie die Betreuung der Ministranten. Vieles sei heute etwas einfacher geworden, so zum Beispiel das Glockenläuten zu den Gottesdiensten. Früher musste man zum Einschalten der Glocken noch in die Sakristei, Jahre zuvor musste noch mit dem Seil geläutet werden. Heute kann zum Beispiel das „Gebetsläuten“ in eine Zeitschaltuhr eingegeben werden.
Gefragt ist der Küster bei den Prozessionen, vor allem an Fronleichnam. Früher gab es noch die sogenannten Bittprozessionen in die Nachbarortschaften. „Da ging es nach Herbstadt, Ipthausen oder Trappstadt. Hinzu kam die eucharistische Flurprozession, die den Mesner forderte. Er ist zuständig für die einzelnen Altäre, den Schemel für den Priester oder auch die notwendigen Bücher. Festgestellt hat der Mesner, dass auch in Eyershausen, die Kirchgänger immer weniger werden. Vor allem bei der Kommunionspende mache sich das bemerkbar. „Früher habe ich viel mehr Hostien gebraucht, als heute.“ Allerdings gab es da noch die Werktags-Gottesdienste.
Bis heute ist Matthias Jeger der Küsterberuf ein Herzensanliegen. Das erkennt man vor allem bei Kirchenführungen. „Ich kann jeden Heiligen in unserer Kirche mit dem Vornamen ansprechen,“ lacht er. In seiner Zeit hat er viel bewegt, unter anderem entdeckt er das „Heilige Grab“ aus der Barockzeit, das nun wieder zu sehen ist. Er nennt die Renovierung des historischen Fastentuches aber auch an einen Brand, der durch eine Kerze, dessen Docht im Innern weiterbrannte, entfacht wurde. Das führte damals zur Renovierung.
Mit Stolz verweist Matthias Jeger darauf, dass Eyershausen die „einzige Weihnachtskirche“ im Grabfeld ist. Im Deckengemälde ist das Geschehen mit den Heiligen drei Königen dargestellt. Geschaffen wurde es von dem Barockmalers Georg Anton Urlaub, der auch die Residenz in Würzburg ausmalte. Die Aufgaben eines Mesner sind durch die Reduzierung der Gottesdienste nicht weniger geworden. „Man muss an den Hochfesten die Kirche schmücken, an Weihnachten den Christbaum aufstellen, in den Kartagen das Heilige Grab und die Kirche selbst muss immer ordentlich sein.“ Wichtig ist sie Unterstützung seiner Familie. Immerhin übernimmt diese die Kirchenwäsche und den Blumenschmuck sowie die Reinigung. „Vieles bleibt aber doch am Mesner hängen.“
Autor: Hanns Friedrich






