Die kleine Hauskapelle im Elisabethaspital in Bad Königshofen ist gerade für den Gründonnerstag für einen Gottesdienst besonders geeignet.
Dort befindet sich nämlich im kleinen Chorraum ein Glasfenster, das die Darstellung des „letzten Abendmahls“ zum Inhalt hat. Grund genug für Pastoralreferentin Alice Düchs eine Andacht zum Gründonnerstag mit kurzer Anbetung für die Heimbewohner zu gestalten. In ihrer Ansprache ging sie auf das Altarbild ein, das im Jahr 1853 mit dem Bau der kleinen Kapelle eingesetzt wurde. Es gehört somit zu den zwischenzeitlich selten gewordenen Glasmalereien in Deutschland aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. In den 1990er Jahren wurde dieses Bild gesichert. Nach der Restaurierung schützt eine partielle, innenbelüftete Außenschutzverglasung aus Verbundscheibensicherheitsglas die empfindliche Glasmalfarbe. Die Darstellung ist damit etwas ganz Besonderes.
Alice Düchs verwies dann auf das Deckengemälde, das das Osterlamm zeigt und damit darauf verweist, dass Christus für die Sünden der Menschen am Kreuz gestorben ist. „Als Lamm Gottes“ wird dies auf dem Fresco bezeichnet. 1827 wurde das Elisabethaspital in der Bambergerstraße in Bad Königshofen von Elisabetha Schmidt gegründet. Es war ein Pfründerinnenheim. Der erste Spitalpfarrer wurde im Jahr 1830 ernannt. Über die Jahre hinweg hatte die Spitalpfarrei einen eigenen Pfarrer. Letzter Spitalpfarrer war Eduard Pickl. Heute ist der Stadtpfarrer der Pfarrei Mariä Himmelfahrt Bad Königshofen gleichzeitig zuständig für die Spitalpfarrei.
Die Spital- und Pfarrkirche St. Elisabeth wurde in den Jahren 1851 bis 1853 von Baumeister Michael Schunk aus Königshofen im neu erbauten Spitalgebäude geschaffen. Die kleine Kapelle ist ein Rückzugsraum nicht nur für die Heimbewohner des Spitals. Im kleinen, etwas angehobenen Altarraum befindet sich heute ein Volksaltar mit schlichtem Ambo. Daneben auf einer Stele ein kleiner Tabernakel mit einem Fischmotiv. Links vor dem Altarraum ist die Statue der Heiligen Elisabeth von Thüringen zu sehen, die Patronin der kleinen Hauskapelle.
Hinzu kommen Kunstwerke des Bad Neustädter Bildhauers Lothar Bühner. An der Empore sind die guten Werke der Heiligen Elisabeth von Thüringen nach den Motive aus der Wartburg dargestellt. Seit einigen Jahren befindet sich der frühere Altar des Kreiskrankenhauses in der Kapelle. Er stammt, wie die Kapelle aus der Zeit Ende 1900. Mit Hilfe einer großzügigen Spende kann er nun restauriert werden. Aus der ehemaligen Kapelle des Kilianeums, später Mehrgenerationenhaus, stammen das Kreuz über dem Tabernakel, vier Altarkerzenhalter in Bronce, ein Osterleuchter und ein Reliquienstein im alten Altar.
Autor: Hanns Friedrich






